Fridolfing: Sanierung des Salzachdammes erforderlich

 

Fridolfing. Die Freie Wählergemeinschaft Fridolfing lud kürzlich zu einer Besichtigung des Salzachdamms mit anschließender Diskussion ein. Dabei informierte Peter Ulscht von der Flussmeisterei, dass eine Sanierung des Salzachdammes zwischen Tittmoning und Geisenfelden unbedingt erforderlich sei.

Erster Vorstand Egon Kraus freute sich über das große Interesse der Fridolfinger Bevölkerung an dieser Dammbegehung, die unter der engagierten und sachkundigen Leitung von Peter Ulscht von der Flussmeisterei Traunstein stattfand: mehr als 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Fridolfing und Umgebung folgten der Einladung der Freien Wählergemeinschaft, unter ihnen Altbürgermeister Eugen Stadler und der amtierende 3. Bürgermeister und Gemeinderat Georg Reitinger.

Nach einigen einleitenden Erläuterungen zur Bayerischen Gewässerordnung und der Organisation der Flussmeisterei Traunstein kam Peter Ulscht rasch zu den Kernfragen der Veranstaltung. Welche Dringlichkeit hat die laufende Dammsanierung, um zukünftig ausreichenden Schutz vor Jahrhunderthochwassern wie im August dieses Jahres zu bieten?

Welche Sanierungsmodelle sind möglich? Wie gut - oder wie schlecht - ist der jetzige Zustand des Salzachdamms? Zunächst müsse man wissen, so Ulscht, dass die Salzach, ein Fluss erster Ordnung von etwa 225 Kilometern Länge, sich bei Hochwasser wie ein Gebirgsfluss verhält: die hohe Fließgeschwindigkeit bringt starkes Hochwasser in kurzer Zeit, das Wasser ist aber nach kurzer Zeit auch schnell wieder weg. Die Gefahr des Aufweichens der Dämme über einen längeren Zeitraum besteht also weit weniger als dies bei "langsamen" Flüssen wie Oder, Elbe oder Donau der Fall ist.

Problematisch kann die Lage allerdings werden, wenn - wie in diesem August - der Fluss innerhalb weniger Tage zweimal Hochwasser führt. Die Dämme sind noch aufgeweicht, die Erholungszeit ist nur kurz, ältere Dammabschnitte sind stark gefährdet.

Der Salzachdamm im Raum Fridolfing entspricht den Anforderungen der sogenannten HQ 100. Das heißt, er ist für Hochwasser ausgelegt, die statistisch alle 100 Jahre auftreten. Die Dammhöhe sei damit, statistisch gesehen, völlig ausreichend, der Zustand des Damms - aufgrund seines Alters - und die "offene" Stelle beim Zufluss der Götzinger Ache können allerdings bei Hochwasser wie im August zu schlimmen Überschwemmungen in den Augebieten führen. Auf die Frage, was passieren würde, wenn der Damm doch nicht halten würde, antwortete Ulscht: "Dann wäre Fridolfing bis zur Höhe der alten B 20 überschwemmt!"

Im Raum Tittmoning dagegen entspricht der Damm lediglich der HQ 20, ist also für Wasserstände ausgelegt, die statistisch alle 20 Jahre auftreten. Dies sei nach Auffassung der Flussmeisterei eindeutig zu wenig, hier bestehe dringend Handlungsbedarf. In Höhe Geisenfelden entspricht die Qualität des Salzachdamms nicht mehr den heutigen Vorschriften, der Damm muss schnellstens verdichtet werden.

Im Zuständigkeitsbereich der Flussmeisterei Traunstein erfolgt die Dammsanierung auf einer Länge von zwölf Kilometern - von Tittmoning kommend bis Geisenfelden. Die Sanierung wird in Erddeich-Bauweise durchgeführt: dabei wird der Damm auf der Außenseite abgeflacht, so dass die Gefahr des Aufweichens vermindert wird.

Als Alternative wird die sogenannte Schlitzbauweise an Engstellen des Flusses angewandt. Peter Ulscht betonte, dass die Dammsanierung unter Beachtung der Auflagen der Naturschutzbehörden erfolgt. Abschließend stellte sich der Referent den Fragen der Diskussionsrunde im Gasthaus Gruber.